
Bier und Flüppchen
Heute war mal wieder zur Abwechslung eine schnieke Junggesellenabschiedstour angesagt. Ich stand vor Karstadt, als plötzlich ein schwankender lila Cowboy neben mir stand. Er und sein Kumpel wollten zum NH-Hotel gefahren werden. Alles klar - eingestiegen und losgeheizt!
Schon nach kurzer Zeit meldete sich der zukünftige Ex-Jungeselle zu Wort; zu seinem Bier wollte er ganz gerne ein Flüppchen haben. Ich hab' natürlich erstmal gar nichts kapiert, also nochmal nachgefragt. Beim dritten gelallten "Flüppchen" verstand ich dann, was er meinte und gab ihm auch gleich eine Zigarette - man ist ja nett.
Allerdings entpuppte der Kerl sich als beinharter Kettenraönes Wort, das ich bis datucher (soll ja bei literweise Bier öfter vorkommen). Schon auf dem Jungfernstieg fragte er nach einem weiteren Flüppchen. Ich hatte aber leider keine mehr, also fing er an, Passanten zu fragen und ihnen ein ums andere Mal "Flüppchen" in die verdutzten Gesichter zu gröhlen. Den Passanten ging es wie mir am Anfang - keiner verstand, was der lila Cowboy wollte, also häufte sich die Prophylaxeantwort "Nein".
Da wurde der Revolverheld aber doch ein bisschen maulig. Immerhin ist Hamburg ja eine Weltstadt, da wird man doch wohl mal ein Flüppchen haben können, wenn man artig fragt. Also schenkte er sich seine Artigkeit und fing statt dessen an, junge Mädels anzupeilen. Zwischendurch schmiss er noch ein Bier im Fahrzeug um. Ich schwankte mittlerweile zwischen Lachkrämpfen und Todesqualen.
Aber aller Spaß hat ja irgendwann ein Ende, so auch diese Tour. Ich lieferte die Beiden beim Hotel ab, heizte von dannen und machte mir den Rest des Tages lustige Gedanken über ein schönes Wort, das ich bis dato noch nicht kannte... und das Wort war "Flüppchen".
-Axel


